Eine galaktische Laufbahn
Tiengener GFDAF-Mitglied macht
mit 1,0 Diplom in Luft- und Raumfahrttechnik
Am Klettgau-Gymnasium hat er
1995 das Abi "gebaut", jetzt hat der Tiengener Sven Erb seinen
Diplom-Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik in der Tasche.
Nach dem in kürzest möglicher Zeit abgelegten Vordiplom bestand
er im Mai den Abschluss mit der Ausnahme-Bewertung 1,0, die
nur für akademisch herausragende Leistungen vergeben wird. Tiengen
(sel) Im Oktober 1996, nach dem Wehrdienst, begann Erb sein
Studium an der Uni Stuttgart, die als einzige in Deutschland
- abgesehen von der Bundeswehr-Akademie München - den Studiengang
ab dem ersten Semester anbietet. Ein Semester nutzte er für
ein Fachpraktikum in den Staaten, wo weltweit die Hälfte der
einschlägigen Arbeitsplätze angeboten wird, bei Raytheon Aircraft,
Hersteller von kleinen Propellermaschinen und Jets. Die Diplomarbeit
entstand bei Boeing in Seattle. Dort arbeiten allein für freie
Forschung und Technologie 2500 Menschen. "Die haben mich super
empfangen und betreut", freut Sven Erb sich noch heute.
Nach der Studienarbeit in Stuttgart, die sich experimentell
mit Überschallversuchen im Windkanal befasste, wies er in seinem
Diplom für die erste Mondmission der European
Space Agency (ESA) nach, dass es möglich ist, die Flugbahn mit
Einsatz eines äußerst geringen Schubs zu optimieren - das Ganze
in englischer Sprache.
Sein Stuttgarter Professor bot ihm angesichts des ungewöhnlich
guten Ergebnisses - schon die 1,3 als Diplom-Note ist eher selten
- sofort an, sich bei ihm auf die Doktorarbeit vorzubereiten.
Der Bereich ist einer der wenigen, in dem dringend qualifizierter
Lehrnachwuchs gebraucht wird, denn der Studiengang boomt: Mit
Erb fingen damals 180 Studenten an, heute sind es im Erstsemester
rund 300.
Im Augenblick ist er als wissenschaftlicher Vollzeit-Mitarbeiter
am Institut in Stuttgart beschäftigt: "Für mich auch eine Orientierungsphase
für die Promotion - das Thema soll Ende des Jahres stehen."
Am Stuttgarter Institut für Flugmechanik und Flugregelung arbeitete
Sven Erb all die Jahre - wie schon früher in der Schule auch
dort aktiv für die Gemeinschaft - in der studentischen und universitären
Selbstverwaltung verschiedener Gremien bis zum Uni-Rat mit,
lernte dadurch Wirtschaftsbosse kennen und bekam so auch wesentliche
Einblicke in soziales und wirtschaftliches Leben. Er ist der
Ansicht, dass Sozialkompetenz ein wichtiger Faktor ist für Menschen,
die - in welchem Bereich auch immer - hohe Funktionen
anstreben.
Sigrid Lägel
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