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Die Texte der Gospels gingen unter die Haut


Beitrag aus der Badischen Zeitung vom 19. September 2001.


BONNDORF (los). Der Auftritt der "Glory Gospel Singers" aus New York am Montagabend in der Kirche St. Peter und Paul in Bonndorf ging unter die Haut. Obwohl die Veranstaltung auf einen Werktag fiel, hatten zahlreiche Besucher den Weg ins Gotteshaus gefunden und ihre Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

Nach einem einleitenden Lied des Gospelchors erinnerte der Präsident der Gesellschaft zur Förderung der deutsch-amerikanischen Freundschaft, Werner Dörflinger, an die brutalen Terroranschläge in New York (der Heimat der Sänger) und Washington und rief die Konzertbesucher zu einer Gedenkminute auf. In seiner Ansprache ging Dörflinger besonders auf den Gedanken der Solidarität mit den Freunden in den USA ein. So sollte auch durch das Gospel-Konzert eine "Brücke des Herzens" von Bonndorf in die Vereinigten Staaten geschlagen werden können, eine Brücke gegen die Gewalt und das Unrecht des Terrors.

Der musikalische Leiter und zugleich Pianist des Chors, Lintrill Mc Eachern forderte das Publikum auf, genau auf die englischen Texte zu hören, die von Beten, Krieg, Frieden und Einheit handelten. Schon beim ersten Lied "Let the church say amen" klatschten die Zuhörer begeistert mit. Die sechs Sängerinnen und Sänger schafften es, den Funken schnell überspringen zu lassen, indem sie auf das Publikum zugingen, sich nicht hinter Notenpulten versteckten und einige Lieder sogar ohne Mikrofon sangen. In einer Reihe der Soli konnte jeder der Sänger sein individuelles Stimmvolumen voll zur Geltung bringen. Nur mit Klavierbegleitung wurde so das melancholische Lied "Sometimes I feel like a motherless child" sowie "Precious Lord" aufgeführt.

Nach einer instrumentalen Überleitung folgte erneut der Auftritt des gesamten Chors, bei dessen letztem Lied vor der Pause, "Glory, Glory Hallelujah" sich die Besucher von den Plätzen erhoben und begeistert mitklatschten. Nach der Pause wurden die Anwesenden auch selbst zu Mitwirkenden. Bei vielen Liedern konnte mitgesungen werden, wobei sich die Solisten darauf beschränkten, die Überleitungen zu singen. Oftmals spontan übernahmen die Besucher, wie bei dem Solo "Steal away", den eingängigen Text der Lieder. Der gesamte Chor sang "Amazing grace" und den bekannten Gospelsong "Go down, Moses", der aber in ein Solo umgewandelt wurde, bei dem der Chor nur am Rande auftrat.

Den Höhepunkt des Abends stellte die Aufführung von "He’s got the whole world in his hands" dar. Hierzu wurden Kinder und Jugendliche nach vorne gerufen, wobei laut dem musikalischen Leiter des Chors lediglich "ein Kinder", dafür aber einige Jugendliche anwesend waren. Dem Wortlaut der Musik folgend, machten alle Besucher die vorgeführten Bewegungen mit und sangen dazu.

Mit dem letzten Lied, dem bekannten "Oh happy day", und einer weiteren Zugabe verabschiedete sich die Gruppe musikalisch und anschließend auch noch persönlich von ihrem Publikum. Die amerikanische Gruppe besteht in der jetzigen Formation seit fünf Jahren und tourt derzeit durch Europa, wobei die weiteren Tourdaten noch nicht genau feststehen.

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Letzte Änderung dieser Seite: 08.06.2005